Wenn du mehr willst, aber nicht zu viel
Stell dir vor: Du fährst deine Simson und denkst, es müsste doch etwas mehr sein. Nicht gleich eine Rennmaschine, aber spürbar flotter. Die Berge nicht mehr im Schneckentempo hochkriechen. An der Ampel nicht mehr als Letzter losfahren. Einfach etwas mehr Spaß beim Fahren haben. Aber gleichzeitig soll es nicht zu teuer werden und im Alltag noch vernünftig fahrbar bleiben.
Genau hier ist der 60ccm Tuningzylinder deine Lösung. Er ist der goldene Mittelweg zwischen Serie und Extremtuning. Du verdoppelst die Leistung, aber deine Simson bleibt alltagstauglich. Die Kosten sind überschaubar. Die Montage ist machbar. Und das Ergebnis bringt dir ein dauerhaftes Grinsen ins Gesicht.
In diesem Artikel erfährst du alles über 60ccm Tuningzylinder. Du lernst beliebte Modelle wie Motegra und PZ kennen. Du verstehst, was diese Zylinder besonders macht und worauf du beim Kauf achten musst. Am Ende weißt du genau, ob ein 60ccm Zylinder der richtige Schritt für dich ist und wie du ihn erfolgreich verbaust.
Was ist ein 60ccm Tuningzylinder?
Ein 60ccm Tuningzylinder ist ein vergrößerter Zylinder für deine Simson. Statt der serienmäßigen 50ccm bietet er 60ccm Hubraum. Das sind 10ccm mehr Verbrennungsraum. Das klingt nach wenig, macht aber einen enormen Unterschied. Die Leistung steigt von etwa 3,6 PS auf 8 bis 9 PS. Das ist mehr als eine Verdoppelung.
Stell dir das wie bei einem Getränkebecher vor. Ein 50ccm Motor ist wie ein kleiner Espresso. Ein 60ccm Motor ist wie ein großer Kaffee. Nicht riesig, aber deutlich mehr Inhalt. Und genau wie mehr Kaffee mehr Koffein bedeutet, bedeutet mehr Hubraum mehr Leistung.
Die Technik dahinter ist relativ einfach. Der Kolbendurchmesser wird etwas größer. Bei 50ccm beträgt er 38mm, bei 60ccm etwa 42mm. Die zusätzlichen 4mm Durchmesser ergeben zusammen mit dem Hub die 60ccm. Diese scheinbar kleine Änderung hat große Auswirkungen auf die Leistung.
Hier sind die wichtigsten Dinge, die du wissen musst:
Erstens: Ein 60ccm Zylinder ist der ideale Einstieg ins Tuning. Er bietet deutlich mehr Leistung als der Standard, ist aber nicht so extrem wie 70ccm oder 85ccm Varianten. Du kannst ihn im Alltag fahren, ohne ständig am Limit zu sein. Das macht ihn perfekt für Anfänger im Tuning Bereich.
Zweitens: Die Kosten sind überschaubar. Ein komplettes 60ccm Kit kostet zwischen 150 und 250 Euro. Darin sind Zylinder, Kolben, Ringe, Dichtungen und meist ein passender Zylinderkopf enthalten. Dazu brauchst du noch einen etwas größeren Vergaser und idealerweise einen besseren Auspuff. Insgesamt kommst du mit 400 bis 600 Euro aus.
Drittens: Die Alltagstauglichkeit bleibt erhalten. Ein 60ccm Motor läuft nicht nur im oberen Drehzahlbereich gut, sondern über ein breites Band. Du hast sowohl unten Drehmoment zum Anfahren als auch oben Leistung für höhere Geschwindigkeiten. Das unterscheidet 60ccm Zylinder von extremeren Varianten.
Beliebte Modelle: Motegra, PZ, ZT und andere
Es gibt verschiedene Hersteller von 60ccm Zylindern. Jeder hat seine Stärken. Die bekanntesten und bewährtesten sind Motegra und PZ. Aber auch andere Anbieter haben gute Produkte im Sortiment.
Motegra 60ccm: Der Motegra 60ccm Tuningzylinder ist einer der beliebtesten auf dem Markt. Er hat eine Nikasil Beschichtung, die extrem hart und verschleißfest ist. Die Kanalsteuerung ist als 4 Kanal Version ausgelegt. Das gibt ein breites Leistungsband. Der Motor läuft gleichmäßig von 3500 bis 9000 Umdrehungen pro Minute. Mit einem Serienausopuff und 16mm Vergaser bringt er schon 8 PS. Mit einer AOA Auspuffanlage und 21mm Vergaser erreicht er 9 PS. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 75 bis 90 km/h, je nach Abstimmung.
Der Motegra Zylinder kostet etwa 140 bis 180 Euro. Das ist ein sehr gutes Preis-Leistungs Verhältnis. Im Kit sind alle nötigen Teile enthalten. Die Qualität ist solide. Viele Simson Fahrer schwören auf Motegra für den Einstieg ins Tuning.
PZ Tuning 60ccm: PZ steht für eine deutsche Marke, die sich auf Simson Tuning spezialisiert hat. Die PZ 60ccm Zylinder haben ebenfalls Nikasil Beschichtung. Sie sind oft als 5 Kanal Version ausgelegt. Das gibt etwas mehr Leistung im oberen Drehzahlbereich als 4 Kanal Varianten. Die Qualität der PZ Zylinder ist sehr hoch. Die Passgenauigkeit ist exzellent. Die Oberflächen sind sauber bearbeitet.
PZ Zylinder kosten meist etwas mehr als Motegra, etwa 180 bis 220 Euro. Dafür bekommst du deutsche Qualität und guten Support. Für Fahrer, die bereit sind, etwas mehr zu investieren, sind PZ Zylinder eine hervorragende Wahl.
Andere Hersteller: Es gibt auch günstigere No Name Zylinder aus China. Diese kosten oft nur 100 bis 120 Euro. Die Qualität schwankt stark. Manche funktionieren gut, andere sind Schrott. Wenn du sparen musst, kannst du es probieren. Aber das Risiko ist höher als bei etablierten Marken.
Umgekehrt gibt es auch Premium Zylinder von Herstellern wie Polini oder Malossi. Diese kosten 250 Euro und mehr. Sie bieten manchmal etwas mehr Leistung oder bessere Verarbeitung. Für die meisten Fahrer ist der Mehrpreis aber nicht gerechtfertigt.
Technische Details verstehen
Ein 60ccm Zylinder hat spezifische technische Merkmale. Diese zu verstehen hilft dir bei der Auswahl und späteren Abstimmung.
Hubraum und Abmessungen: Der Kolbendurchmesser liegt bei etwa 42mm. Der Hub beträgt wie beim Original 44mm. Aus diesen Werten errechnet sich der Hubraum von 60ccm. Manche Hersteller nutzen leicht andere Maße, aber 42mm Durchmesser ist Standard.
Kanalsteuerung: Die meisten 60ccm Zylinder haben 4 oder 5 Überströmkanäle. Das sind Öffnungen in der Zylinderwand, die das Frischgas vom Kurbelgehäuse in den Brennraum leiten. 4 Kanäle geben ein breiteres Leistungsband. 5 Kanäle geben etwas mehr Spitzenleistung. Für Alltagsfahrer sind 4 Kanäle oft die bessere Wahl.
Der Einlass, also die Öffnung zum Vergaser, hat meist 21,5mm Durchmesser. Das passt zu einem 19mm oder 21mm Vergaser. Der Auslass zum Auspuff ist entsprechend dimensioniert. Die Steuerzeiten sind so gewählt, dass der Motor schon ab mittleren Drehzahlen gut zieht.
Materialien: Hochwertige 60ccm Zylinder haben Nikasil Beschichtung. Das ist eine extrem harte Oberflächenbeschichtung aus Nickel und Siliziumkarbid. Sie ist härter als Gusseisen und verschleißt kaum. Der Grundkörper ist aus Aluminium, das leitet Wärme hervorragend. Diese Kombination ist ideal für Tuning Anwendungen.
Günstigere Zylinder haben oft nur Gusseisen. Das funktioniert auch, ist aber nicht so haltbar und kühlt schlechter. Für moderate Leistung reicht es, aber Nikasil ist besser.
Verdichtung: Die Verdichtung liegt meist zwischen 1:11 und 1:12. Das ist höher als beim Serienmotor (etwa 1:10), aber nicht extrem. Normales Super Benzin (95 Oktan) reicht aus. Du musst nicht zwingend Super Plus tanken, auch wenn es nicht schadet.
Leistungskurve: Ein guter 60ccm Zylinder entwickelt Leistung über ein breites Band. Ab 3500 Umdrehungen merkst du die Mehrleistung. Bei 6000 bis 7000 Umdrehungen liegt die maximale Leistung. Bis 9000 Umdrehungen läuft der Motor noch sauber. Dieses breite Band macht den Alltag angenehm.
Zusammenhang mit Tuning Zylinder Kategorie
Der 60ccm Tuningzylinder ist Teil der größeren Kategorie Tuning Zylinder. Er bildet dort die Einstiegsklasse. Das Verständnis seiner Position hilft dir bei der Entscheidung.
In der Hierarchie der Tuning Zylinder steht der 60ccm ganz unten. Darüber kommen 70ccm, 85ccm und größere Varianten. Jede Stufe bringt mehr Leistung, kostet aber auch mehr und wird komplizierter. Der 60ccm ist der einfachste und günstigste Weg zu spürbar mehr Power.
Verglichen mit einem 70ccm Zylinder hat der 60ccm weniger Spitzenleistung. Der 70er bringt 12 bis 14 PS, der 60er nur 8 bis 9 PS. Dafür ist der 60er gutmütiger, günstiger und einfacher zu fahren. Für viele Fahrer ist das der bessere Kompromiss.
Verglichen mit einem 50ccm Original ist der Unterschied riesig. Du verdoppelst die Leistung und merkst es bei jeder Fahrt. Die Beschleunigung ist deutlich besser. Berge sind kein Problem mehr. Die Höchstgeschwindigkeit steigt von 60 auf 80 km/h. Das ist ein komplett anderes Fahrgefühl.
Was du zusätzlich brauchst
Ein 60ccm Zylinder allein reicht nicht. Du brauchst einige weitere Komponenten für ein gutes Ergebnis. Aber die Liste ist überschaubar.
Vergaser: Der Serienversager mit 16mm ist zu klein. Ein 19mm Vergaser reicht für moderate Abstimmung. Ein 21mm Vergaser holt die volle Leistung raus. Vergaser kosten 50 bis 80 Euro. Die Investition lohnt sich, sonst verschenkst du Leistung.
Auspuff: Mit dem Originalauspuff läuft ein 60ccm Motor auch, aber nicht optimal. Ein Sportschalldämpfer wie die AOA Anlage kostet etwa 100 Euro und bringt merkbar mehr Leistung. Ein Resonanzauspuff bringt nochmal mehr, kostet aber 200 bis 300 Euro. Für den Anfang reicht ein Sportschalldämpfer.
Zündung: Die Serienzündung funktioniert auch am 60ccm Motor. Eine elektronische Zündung wie die Vape ist aber besser. Sie zündet zuverlässiger und optimiert die Zündzeiten und ist zudem etwas leichter. Kostet etwa 300 Euro. Ist nicht zwingend, aber empfohlen.
Kleinteile: Neue Zündkerze (3 Euro). Frisches Zweitaktöl. Eventuell neue Bowdenzüge. Diese Kleinigkeiten sind günstig, aber wichtig.
Optional: Die Serienübersetzung passt noch. Du kannst ein Zahn größeres Ritzel vorn verbauen (10 Euro), wenn du mehr Höchstgeschwindigkeit willst. Die Serienkupplung hält 8 bis 9 PS noch aus. Bessere Bremsen sind bei den Geschwindigkeiten sinnvoll, aber nicht zwingend nötig.
Insgesamt kommst du mit 400 bis 600 Euro für ein komplettes Setup aus. Das ist für die gebotene Mehrleistung ein sehr faires Angebot.
Praktischer Einbau Schritt für Schritt
Der Einbau eines 60ccm Zylinders ist auch für Anfänger machbar. Mit etwas Geduld und dem richtigen Werkzeug schaffst du das. Hier der komplette Ablauf:
Vorbereitung: Besorge ein komplettes 60ccm Kit. Achte darauf, dass Zylinder, Kolben, Ringe, Dichtungen und Zylinderkopf enthalten sind. Zusätzlich brauchst du: Drehmomentschlüssel, Kolbenring Spannband, Schraubendreher Set, Gabelschlüssel, saubere Lappen, Bremsenreiniger. Ein Werkstatthandbuch ist Gold wert.
Ausbau des alten Zylinders: Motor komplett abkühlen lassen. Auspuff abschrauben. Vergaser ausbauen. Zündkerzenstecker abziehen. Zylinderkopf Schrauben über Kreuz lösen. Kopf abnehmen. Zylinder Stehbolzen lösen. Zylinder vorsichtig nach oben abziehen. Kolbenbolzen Clips entfernen. Kolben vom Pleuel nehmen.
Gehäuse reinigen: Die Dichtfläche am Motorgehäuse muss absolut sauber sein. Alte Dichtungsreste mit Kunststoffschaber vorsichtig entfernen. Mit Bremsenreiniger nachwischen. Keine Kratzer in die Fläche machen. Auch im Kurbelgehäuse nachschauen, ob Schmutz reingefallen ist.
Neuen Kolben montieren: Kolbenbolzen leicht ölen. Pfeil am Kolben muss zur Auspuffseite zeigen. Kolben aufs Pleuel setzen. Kolbenbolzen durchstecken. Clips einsetzen und prüfen, dass sie fest sitzen. Kolbenringe einsetzen, Ringstoß nach unten.
Zylinder aufsetzen: Neue Zylinderfußdichtung auflegen. Kolbenring mit dem Spannband komprimieren. Zylinder von oben über den Kolben schieben. Bis zum Anschlag runterschieben. Stehbolzen einsetzen und leicht anziehen.
Kopf montieren: O Ring in die Nut legen. Zylinderkopf aufsetzen. Kopfschrauben über Kreuz in drei Stufen anziehen: leicht, halbe Kraft, volles Drehmoment (meist 20 Nm). Auch Zylinder Stehbolzen auf Enddrehmoment anziehen.
Anbauteile montieren: Neuen oder größeren Vergaser anbauen. Auspuff montieren. Zündkerze einschrauben. Alle Leitungen anschließen. Benzin aufdrehen, Öltank checken.
Probelauf: Motor starten. Im Leerlauf warm laufen lassen. Auf Undichtigkeiten prüfen. Vorsichtige Probefahrt. Die ersten 300 Kilometer schonend einfahren.
Abstimmung und Einfahren
Die Abstimmung ist wichtig für gute Leistung und lange Haltbarkeit. Bei einem 60ccm Zylinder ist sie aber nicht so kritisch wie bei größeren Varianten.
Vergaser Grundeinstellung: Beginne mit den Werten aus der Anleitung deines Kits. Meist wird eine Hauptdüse zwischen 110 und 130 empfohlen. Die Nadel in mittlerer Position. Der Leerlauf auf etwa 1500 Umdrehungen.
Testfahrt und Anpassung: Fahre eine Runde. Achte auf das Verhalten. Zu fett: Motor qualmt stark, läuft träge, verbraucht viel. Zu mager: Motor läuft heiß, klingelt beim Gaswegnehmen, hat Leistungslöcher. Perfekt: Leichter Rauch, gute Leistung, sauberer Lauf.
Die Zündkerze zeigt dir viel. Nach einer Vollgasfahrt Zündkerze rausschrauben und anschauen. Hellbraun bis grau ist perfekt. Schwarz und verrußt ist zu fett. Weiß ist zu mager, Gefahr.
Einfahren ist Pflicht: Die ersten 300 Kilometer sind kritisch. Fahre und beschleunige in allen Gängen. Wechsle oft die Drehzahl. Keine Dauervollgasfahrten, keine extremen Belastungen. Der Motor muss sich setzen. Kolben und Zylinder müssen sich aufeinander einlaufen.
Nach 50 Kilometern alle Schrauben nachziehen. Nach 300 Kilometern Motoröl wechseln (bei Getriebeölschmierung) und nochmal alle Schrauben checken. Dann erst darfst du die volle Leistung nutzen.
Wartung: Richtiges Ölgemisch ist wichtig. Meist 1:50, also 100ml Öl auf 5 Liter Benzin. Hochwertiges Zweitaktöl verwenden. Zündkerze alle 2000 bis 3000 Kilometer wechseln. Luftfilter regelmäßig reinigen. Kühlrippen sauber halten.
Bei guter Wartung hält ein 60ccm Zylinder 15.000 bis 20.000 Kilometer. Dann ist eventuell ein neuer Kolben fällig. Der kostet nur 30 Euro. Der Zylinder selbst kann oft weiter genutzt werden.
Häufige Fehler vermeiden
Falsches Kit bestellt: Nicht jeder 60ccm Zylinder passt an jeden Motor. S50 und S51 Motoren sind unterschiedlich. Prüfe vor der Bestellung genau, welches Modell du hast. Bei Unsicherheit den Händler fragen.
Ohne Vergaser Upgrade gefahren: Mit dem kleinen 16mm Vergaser verschenkst du viel Leistung. Der Motor läuft zu fett und erreicht seine Leistung nicht. Investiere die 60 Euro in einen 19mm oder 21mm Vergaser.
Zu schnell eingefahren: Ungeduld beim Einfahren ist der häufigste Fehler. Wer nach 50 Kilometern schon Vollgas gibt, riskiert Schäden. Die ersten 300 Kilometer sind entscheidend für die Lebensdauer.
Dichtflächen nicht richtig gereinigt: Schmutz oder alte Dichtungsreste führen zu Undichtigkeiten. Der Motor zieht Falschluft, läuft schlecht. Nimm dir Zeit für gründliche Reinigung.
Billigstes Kit gekauft: Ein 80 Euro No Name Zylinder aus China ist oft Ärger. Schlechte Passgenauigkeit, minderwertige Materialien. Investiere lieber 150 Euro in einen Motegra oder ähnlich etablierten Hersteller.
Anzugsdrehmomente ignoriert: Zu fest angezogene Schrauben beschädigen Gewinde. Zu lockere Schrauben lösen sich. Ein Drehmomentschlüssel kostet 30 Euro und verhindert Schäden.
Keine Probefahrt gemacht: Nach dem Zusammenbau erst mal eine Runde fahren und alle Funktionen prüfen. Besser jetzt ein Problem entdecken als nach 100 Kilometern.
Rechtliche Aspekte beachten
Ein 60ccm Zylinder erlöscht deine Betriebserlaubnis. Das ist Fakt. Für die Straßennutzung brauchst du eine Einzelabnahme beim TÜV. Das kostet Zeit und Geld, ist aber machbar.
Manche Tuning Teile haben Teilegutachten. Mit diesen Gutachten ist die TÜV Abnahme einfacher. Prüfe beim Kauf, ob ein Gutachten dabei ist. Bei etablierten Herstellern wie PZ ist das oft der Fall.
Die Einzelabnahme kostet je nach Region 100 bis 300 Euro. Der Prüfer kontrolliert, ob alles sicher und regelkonform ist. Er misst die Leistung, prüft Bremsen und Fahrwerk. Wenn alles passt, bekommst du eine neue Betriebserlaubnis.
Ohne Abnahme auf der Straße zu fahren ist illegal. Bei Kontrollen riskierst du Bußgeld, Punkte und Stilllegung. Im Schadensfall kann die Versicherung Probleme machen. Das Risiko solltest du nicht eingehen.
Die Alternative ist Offroad Nutzung. Auf privatem Gelände, Rennstrecken oder abgesperrten Bereichen darfst du ohne Zulassung fahren. Für reine Spaßfahrer kann das eine Option sein.
Checkliste für dein 60ccm Projekt
Vor dem Kauf:
- Budget festlegen (400 bis 600 Euro realistisch)
- Simson Modell genau bestimmen
- Hersteller recherchieren (Motegra, PZ, andere)
- Bewertungen lesen
- Lieferumfang prüfen (komplett mit allem?)
Beim Kauf:
- Bei etabliertem Händler kaufen
- Auf Gutachten achten (für TÜV)
- Vergaser und Auspuff gleich mitplanen
- Werkzeug checken (hast du alles?)
- Anleitung durchlesen
Bei der Montage:
- Werkstatthandbuch nutzen
- Zeit nehmen, nicht hetzen
- Sauber arbeiten
- Drehmomentschlüssel verwenden
- Fotos machen für Dokumentation
Nach der Montage:
- Ordentlich einfahren (300 km)
- Vergaser abstimmen
- Schrauben nachziehen
- Regelmäßig warten
- Leistung genießen
Für die Zukunft:
- Eventuell TÜV Abnahme planen
- Wartungsintervalle einhalten
- Bei Problemen früh reagieren
- Erfahrungen in Foren teilen
- Nächste Upgrades überlegen
Zusammenfassung: Dein 60ccm Wissen
Du hast jetzt ein umfassendes Verständnis für 60ccm Tuningzylinder entwickelt. Lass uns die Hauptaspekte festhalten.
Erstens: Der 60ccm Tuningzylinder ist der perfekte Einstieg ins Simson Tuning. Er verdoppelt die Leistung von 3,4 auf 8 bis 9 PS. Die Höchstgeschwindigkeit steigt von 60 auf 75 bis 85 km/h. Das ist spürbar, ohne extrem zu sein.
Zweitens: Motegra und PZ sind bewährte Hersteller. Motegra bietet das beste Preis Leistungs Verhältnis mit etwa 150 Euro. PZ bietet höchste Qualität für etwa 200 Euro. Beide sind empfehlenswert.
Drittens: Die Kosten sind überschaubar. Für 400 bis 600 Euro bekommst du ein komplettes Setup mit Zylinder, Vergaser und Auspuff. Das ist fair für die gebotene Mehrleistung.
Viertens: Die Alltagstauglichkeit bleibt erhalten. Ein 60ccm Motor hat ein breites Leistungsband. Er läuft von unten bis oben gleichmäßig. Das unterscheidet ihn von extremeren Tuning Stufen.
Fünftens: Ordentliches Einfahren ist Pflicht. Die ersten 300 Kilometer entscheiden über die Lebensdauer. Wer hier spart, zahlt später drauf. Bei guter Wartung hält ein 60ccm Zylinder 15.000 bis 20.000 Kilometer.
Deine nächsten Schritte
Du kennst jetzt die Theorie. Jetzt geht es an die Praxis.
Sofort: Entscheide, ob ein 60ccm Zylinder zu deinen Zielen passt. Willst du mehr Leistung, aber Alltagstauglichkeit behalten? Dann ist er perfekt. Willst du extrem viel Power? Dann schaue dir 70ccm oder 85ccm an.
Diese Woche: Recherchiere konkrete Modelle. Schaue bei 2stroke-parts.de nach Motegra oder PZ Kits. Vergleiche Preise und Lieferumfang. Lies Erfahrungsberichte in Simson Foren. Erstelle eine Einkaufsliste.
Diesen Monat: Bestelle dein Kit und die nötigen Zusatzteile. Besorge fehlendes Werkzeug. Lies die Anleitung mehrfach durch. Plane Zeit für die Montage ein. Überstürze nichts.
Dieses Quartal: Baue den Zylinder ein oder lass es machen. Fahre ihn ordentlich ein. Stimme den Vergaser ab. Genieße die deutlich gesteigerte Leistung. Und freue dich über deine erfolgreich getunte Simson.
Der 60ccm Tuningzylinder ist der perfekte erste Schritt ins Tuning. Er bietet viel Leistung für wenig Geld. Er bleibt alltagstauglich. Und er macht einfach Spaß. Mit diesem Wissen bist du bestens vorbereitet für dein Projekt. Viel Erfolg und sichere Fahrt!